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Austro Daimler Schnelltriebwagen
Ideale ergänzung Nach bereits 5 Jahren erfolgreichem Automobilbau begann 1902 die Produktion von Eisenbahnfahrzeugen. Der erste Daimler Motortriebwagen mit 35 PS-Motor wurde im selben Jahr geliefert. Automobil und Eisenbahn, sonst in nahezu unversöhnlichem Wettbewerb, ergaben bei Austro Daimler einen ergänzenden Erfahrungsaustausch, woraus resultierte, dass sich die Eisenbahnfahrzeuge mehr als 3 Jahrzehnte in vielen Ländern bewährt und in den Fachkreisen der ganzen Welt Beachtung und Anerkennung gefunden haben. Die Entwicklung der Triebwagen wurde schon sehr früh in die Richtung des Leichtbaues geführt, jedoch bei aller Wahrung der eisenbahnmäßigen Tradition. Die Austro Daimler-Motoren, das hydraulische Voith-Getriebe und das elastische Austro Daimler-Doppelradlaufwerk waren die Grundelemente des Erfolges der Triebwagen. Auch durch die Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesbahnen und der Steiermärkischen Landesbahn sowie der Salzkammergut Lokalbahn erlangten die Fahrzeuge ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Motor Type 640 Sechszylinder, 85 mm Bohrung, 115 mm Hub, 3,9 Liter, 80 PS bei 3000 Upm. Der Motor ist oben gesteuert, die Nockenwelle treibt vorne den Doppelventilator und rückwärts die Wasserpumpe an. Das Kurbelgehäuse ist aus Aluminium, die Zylinder aus Grauguss. Für die Kraftübertragung und Drehmomentwandlung wurde serienmäßig ein Strömungsgetriebe mit Öl als Übertragungsmedium verwendet. Das hydraulische Voith-Getriebe Dieses Getriebe besteht grundsätzlich aus zwei Baugruppen, der für den direkten Gang bis zu einer max. Geschwindigkeit von 100- 120 km/h und bis zu einer Steigung von 15% ausreicht, dabei wird eine hydraulische Kupplung verwendet. Für das Anfahren und Bergfahren erfolgt die Kraftübertragung über einen Wandler, der aus einer Kreiselpumpe und einer von ihr gespeisten Turbine besteht, dabei wird eine Geschwindigkeit von etwa 70 km/h erreicht. Das Umschalten zwischen Wandler und Kupplungsbetrieb geschieht durch einen Steuerschieber, der elektrisch betätigt wird. Die Übertragungsflüssigkeit wird dann dementsprechend zur Kupplung oder zum Wandler geleitet. Laufwerk Die Aufgabe das Wagengewicht zu tragen und das Fahrzeug zwischen den Schienen zu führen, wurde durch die Vereinigung von gummibereiften Tragrädern mit eisenbereiften Führungsrädern gelöst. Dieses Räderpaar hat mit seiner eigenen Führungsachse mit dem Fahrzeugrahmen keine andere Verbindung als durch die Gummireifen der Tragräder. Schwingungen und Geräusche der eisenbereiften Führungsräder werden so vom Rahmen und Wagenkasten wirksam ferngehalten. Darüber hinaus sind die Gummireifen in der Lage noch einen bemerkenswerten Anteil an Federarbeit zu übernehmen, bilden also zusammen mit Tragfedern ein Federungs-System das sowohl den langsamen Wagenschwingungen als auch den für das Material gefährlichen Vibrationen gewachsen ist. Technische Daten Der Typ T2/640 H4 für Normalspurweite von 1435 mm wurde an die Österreichische Bundesbahn und Polnische Staatsbahn geliefert. - Drehgestellabstand: 17 m - Dienstgewicht: 19.300 kg - Sitze: 74 - Gesamtlänge: 23,7 m Die 4 Stück gebauten VT 63.01- 04 wurden durch die DRB übernommen, wo Sie unter der Bezeichnung C4vT 931- 934 in Verwendung standen. Folglich eines Brandschadens wurde VT 63.01 mit 4. Juni 1943 ausgeschieden, VT 63.02 erlitt am 9. Jänner 1945 in Villach einen Bombentreffer und wurde noch im selben Jahr ausgeschieden. Die beiden anderen VT 63 wurden nach Kriegsende auf der Strecke St. Margarethen-Rust abgestellt, und sollten eine Hauptausbesserung erhalten. Der VT 63.04 hätte die Benzinmotore behalten, wobei für VT 63.03 eine Umrüstung auf Dieselmotoren vorgesehen war. Leider entschied sich die ÖBB aufgrund des schlechten Gesamtzustandes gegen die Instandsetzung und zog den bereits erteilten Auftrag zurück und somit wurden auch diese beiden letzten Triebwagen mit 1. Jänner 1948 kassiert. Abschließend kann gesagt werden, dass die Austro Daimler-Triebwagen erfolgreich waren. Die bei diesen Triebwagen erstmals verwendeten hydraulischen Getriebe bewährten sich ebenfalls sehr gut und wurden nach dem Krieg weiterentwickelt. |
Auszug aus der Zeitschrift: “Der Daimlerpfeil”, Zeitschrift der Sektion Austro Daimler, Verein zur Pflege und Erhaltung österreichischer Daimler-Fahrzeuge. Quellen: AD-Schnelltriebwagen, Schienenverkehr aktuell.
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Datum der letzten Änderung: 07.06.2008 by - © 2000-2008 - site by w & web-idee. |