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Die Halbstarken aus Steyr

1948 – Österreich leckte eben seine Kriegswunden, oder räumte Schutt und baute wieder auf. Der Wiederaufbau ist es, der den Bedarf an LKW und Traktoren generierte. Die Firma Steyr spannte aus diesem Grund ihre Techniker zusammen und ließ sie den LKW bauen, der für Jahrzehnte die inländische Nutzfahrzeuglandschaft prägen sollte – den STEYR 380.

Mit diesem 3,5 t LKW und seiner nahen Verwandtschaft dem 480 und 580, sowie mit den daraus abgeleiteten Bussen, gelang es, Österreich „zu bewegen”. Sie waren wie maßgeschneidert für den damaligen täglichen Bedarf und prägten als „Halbstarke” nicht nur in den wilden fünfziger Jahren das Straßenbild, sondern weit darüber hinaus. Ich erlaube mir diese Fahrzeugfamilie liebevoll als „Halbstarke” zu bezeichnen, denn die wirklich schweren Zeitgenossen wurden damals von anderen Herstellern gefertigt. Aber beginnen wir von vorne. Die provisorische Staatsregierung Österreichs beauftragte die STEYRWerke 1945 mit der Herstellung eines 3 t LKW. Das geforderte Produkt war ideal für die Konstrukteure der Steyr-Werke, denn eigentlich war ein ähnliches Fahrzeug - der Steyr 270 in erheblicher Stückzahl während des 2. Weltkrieges produziert worden.

Steyr 270 (Steyr 1500A und 2000A). Am 23. April 1938 legte Keppler, der Beauftrage Hitlers für Österreich, seinen Bericht über die Lage der österreichischen Automobilindustrie vor. Demnach wäre die österreichische Automobilindustrie zur Gänze zu erhalten, aber unter der Voraussetzung, dass die einzelnen Betriebe zu größeren Unternehmen fusionieren müssten. Als Detail interessant ist noch die Schlussfolgerung in diesem Bericht, wonach die Fertigung der schweren LKW in Wien zu konzentrieren wäre, die Gruppe der leichten LKW bis 1,5 t wäre hingegen zur Gänze in Deutschland herzustellen. Die Gründe hierfür lagen u.a. in der technischen Kompetenz der österreichischen Saurer-Werke (schwere LKW) und in der Kapazität der Phänomen- Werke (leichte LKW).
Mit Befehl des Oberkommandos des Heeres vom 15. September 1939 musste Steyr-Daimler-Puch die Herstellung von Fahrzeugen mit handelsüblichem Aufbau zur Gänze einstellen. Da dieser Schritt für die Firma absehbar schien, wurde bereits im Vorfeld versucht im Bereich der Militärfahrzeuge Fuß zu fassen. So wurde u.a. die Fertigung der Austro Daimler Motorkarette (kurz ADMK) und die Entwicklung eines 1,5 t Allradfahrzeuges, dem Typ 270, vorangetrieben. In einem Erlass des Generalbevollmächtigten für das Kraftfahrwesen, General von Schell, vom 19. März 1940 wurde festgelegt, dass ab 1941 der Typ 270 an Stelle des Typ 640 produziert werden musste.
Nach dem sogenannten Schell-Plan sollte Steyr einen geländegängigen LKW mit 1,5 t Nutzlast bauen. Dr. Ferdinand Porsche betreute die Entwicklung des Motors und des Fahrzeuges unter den Projektnummern 145 und 147.
Nach der Präsentation am 22. September 1941 in der Sonderschau "Steyr im Krieg wie im Frieden" in den Firmenräumlichkeiten der Steyr Daimler Puch am Schwarzenbergplatz in Wien erfolgte der Produktionsstart für die Großserie Anfang 1942. Am 23. Februar 1944 wurden die Werksanlagen durch Bombenangriffe erstmals schwer beschädigt. Die Folge war ein nahezu vollständiger Zusammenbruch der Fertigung im Hauptwerk in Steyr. Der nächste Angriff der USA erfolgte bereits am 24. Februar 1944 in zwei Wellen. Ungefähr zeitgleich zu den erwähnten Bombenangriffen wurde der 1500A zum Baumuster 2000A modifiziert. Dieses Fahrzeug war mit dem 1500A im nahezu baugleich. Von beiden Typen gemeinsam wurden in Steyr ca. 18.900 Fahrzeuge gefertigt. Um den Bedarf des deutschen Reiches zu decken, musste 1942 eine sogenannte Zwangslizenzen, ein weiteres Mittel zur Typenbereinigung im Dritten Reich, an Auto Union vergeben werden. Nach nicht unerheblichen Anlaufschwierigkeiten (Auto Union war bisher ein reiner PKW Hersteller) erzeugte die Lizenznehmerin bis Ende 1945 9.724 Nachbaufahrzeuge dieses Typs...

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Text: Harald Steindl
Photos: Wolfgang M. Buchta, Franz Pulkert, Archiv Steindl

 


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Datum der letzten Änderung: 30.03.2008 by - © 2000-2008 - site by w  &  web-idee.